Notizen

beschäftigt



Was sich in und um einen Künstler im Alltag so abspielt und ihn eventuell zu einem Bild inspiriert, wird oft skizzenhaft und rasch auf dem Zeichenblock oder im Notizbuch festgehalten, um den Eindruck nicht zu verlieren, was warum zum Ausdruck und in welche Richtung gebracht werden soll. Was bewegt und beschäftigt, als kleine Begebenheit oder als grosse Erkenntnis, kann hier nachgelesen werden.




 

Oktober 2013

Geht es um kreative Prozesse, sollen mich grundsätzlich weder moralische noch ethische Barrieren im Wahrnehmen, im Denken und freien Entfalten hemmen. Grenzen setze ich mir durch den Respekt gegenüber menschlichen Werten.

Impulse aus Bildern, Ereignissen und Prozessen menschlicher, natürlicher wie materieller Vergänglichkeit und Begrenztheit, beeinflussen oder prägen in den letzten Jahren mein Schaffen.

Diesen Impulsen erwuchs in dieser Zeit auch meine Ästhetik , die mich stets im Entdecken von mich gestalterisch bereichernden Eindrücken lenkt und solche gedanklich auslöst. Oft führt mich diese Ästhetik an die Frage des moralisch-ethischen Empfindens – die Frage, ob ich gewisse Aussagen zuerst von Moral und Ethik „filtern“ lassen müsste?! Da ich von mir selber weiss, dass sowohl mein Alter wie auch meine gestalterische Erfahrung mehr als die reine Provokation suchen, erlaube ich mir jedoch, die Freiheit der Kunst wie auch meine ganz persönliche zu beanspruchen. Diese Freiheit bestimmt ja bereits weitgehend auch meine Wahrnehmung.

Mein reiner Malprozess verfolgt zuerst das Ziel, Sicherheit im Interpretieren der Form zu gewinnen, wo diese überhaupt einen Stellenwert haben soll. Dies ist die Grundlage für grosszügiges Arbeiten mit der Vielfalt jeder Technik, v.a. aber jener des Aquarells. Der „Zu-Fall“, der weder mit Beliebigkeit, noch mit Unerwartetem etwas zu tun hat, ist mir der wichtigste Mitarbeiter im Umgang mit dem Charakter des Aquarells. Ich kreiere mir meine Umstände ja selber, die mir das Wünschbare zufallen lassen sollen. Wasser, in seiner Eigenart auch als Malmittel dienend, steht ohnehin als Allegorie für das Leben. Eine Philosophie zur Beziehung des Gewöhnlichen im Alltag, stützt mir meinen Bildausdruck. Haltung und Beziehung erfordern Vertrauen ins Experimentelle und ins Chaotische. Qualität zeigt sich v.a. im Wie und weniger im Was! Auch technische Entscheide prägen die Bildsprache und beeinflussen die Bildinhalte.

Kunst kommt also nicht von „können“, sondern ist die Voraussetzung hierzu.



Besondere Sichtverhältnisse 2012

Das „Vergängliche“ ist für mich immer noch unvergänglich – eine Einsicht in die letzten Monate meiner Malerei (2012) :

Die alltägliche Wahrnehmung unserer Umwelt geschieht meist unbewusst und orientiert sich v.a. am Gewohnten und Gewöhnlichen. Alltägliches wird so zum Prägenden. So schaffen wir uns täglich unsere „Sichtverhältnisse“, durch welche wir die Dinge in unserem Hirn ablegen, viele von ihnen verankern. Sehgewohnheiten zementieren unsere Welt über den Zweck, den wir in ihr suchen und finden. Dass die Dinge beim blossen Sehen eher versimplifiziert als wirklich wahr-genommen werden, lässt diese Tatsache auch als Chance sehen, nämlich in einem grossen Interpretations-Spielraum, bei der Umsetzung in Malerei! Als Regisseur mit dem Pinsel, kann ich mit dem Assoziationsgehalt in den Dingen dramatisieren und inszenieren.





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14. Oktober 2008

Braucht der Mensch eine eigene Homepage?