Büchsen

gesammelt



Zu den Büchsen

Als mit Andy Warhol vor ca. 40 Jahren die Serie neu mit zum Kunstbegriff gehörte und museumsfähig wurde, begann auch die Uhr der Vergänglichkeit der Massenprodukte zu ticken. Quantitäten der Konsumwelt wurden weltweit zur normprägenden Alltäglichkeit. – Die jahrzehntelange Verdammnis, zum Strassenbild westlicher Zivilisation gehören zu müssen, ist auch am schwungvoll gezogenen, weiss auf rot leuchtenden Schriftzug nicht spurlos vorbeigegangen, ganz im Gegenteil : Verflüchtigt sich das bekannte Rot, werden die bleibenden Schriftfragmente zur assoziativen Primamalerei japanischer Kalligraphie und schlagen so die Brücke über den Atlantik, von der Oberflächlichkeit nordamerikanischer Wohlstandsverheissung zu einer meditativen Kultur archaischer Prägung, welche jedoch längst ebenso vom besagten Corpus delicti geprägt ist. Zeit schafft bekanntlich alle Wunder, Wunden - und Schrunden: Auch die Serienprodukte wie eben die berühmte Büchse sind der Vergänglichkeit geweiht, verlieren den Glanz verführerischer Werbelogos und werden mit etwas Glück durch Wind, Wetter und Sonnenlicht ihrem Vermächtnis entzogen, bloss als auswechselbarerer Anonymus in der Recyclage zu enden. Autos platten sie zu zweckverlorenen Strassenstempeln unserer Wegwerfgesellschaft, aber gleichzeitig zu wieder Wert-vollen Trouvaillen, Unikaten und stillen Beantwortern auf offene Fragen der damaligen Zeit des „Kings of Pop“. - Seit langem bin ich ein Sachwalter rostiger Zeitgeschichte nach Andy Warhol. Deshalb nach Jahren der fotografierten, gemalten und gedruckten Büchsen nun die Protagonisten als Unikate selber auf dem Podest.